Eine positive Bilanz für das Jahr 2018 hat der Präsident des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, Bernhard Fessler, beim heutigen Gespräch mit Pressevertretern gezogen. Das Gericht hat mit 10846 Verfahren mehr erledigt, als eingegangen sind (9325). „Auf eine fünfstellige Erledigungszahl kann man mit Recht stolz sein“, sagte Präsident Fessler, „zumal damit die ohnehin schon außerordentlich hohe Erledigungszahl aus dem Vorjahr nochmal übertroffen worden ist“.

„Die hohe Erledigungsleistung ist keine Selbstverständlichkeit, selbst wenn man berücksichtigt, dass dieser Erfolg durch die im Vergleich zum Vorjahr um 44,65 % zurückgegangene Zahl von eingegangenen Verfahren begünstigt worden ist“, fuhr Fessler fort. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die geringere Eingangszahl von Asylverfahren zurückzuführen, die nach den Rekordzahlen der Vorjahre um 71,66 % (auf 3152 Verfahren) abnahm. Gestiegen ist dagegen die Eingangszahl der allgemeinen Verfahren, die mit 6173 nahezu das Niveau des Jahres 2013 erreicht hat. „Die Komplexität dieser Verfahren außerhalb der Asylmaterien und der damit verbundene Arbeitsaufwand nimmt zu“, stellte der Präsident fest und verwies exemplarisch auf die viel beachteten Entscheidungen des Gerichts zu den sog. „Dieselfahrverboten“ in Essen und Gelsenkirchen. Gleichwohl ist es gelungen, deutlich mehr Verfahren außerhalb der Asylmaterie zu erledigen (5522) und die Zahl der am Jahresende insgesamt noch anhängigen Fälle im Vorjahresvergleich um fast 11 % (auf 12764) zu reduzieren, wobei der Rückgang im Asylbereich noch deutlicher ausfiel (-23,47 % auf 7080).

Die Personalsituation mit aktuell 71 Richtern und 84 Beamten und Angestellten trägt der Belastungssituation angemessen Rechnung. Frei gewordene Stellen konnten ersetzt werden, auch die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gerichtsbarkeiten dauert an.

Zuletzt hob Präsident Fessler die dreistellige Zahl der Besucher am Tag des offenen Denkmals im September hervor. Nach der Teilnahme in den Jahren 2009 und 2013 war es das dritte Mal, dass das Gericht seine Tore für Bürgerinnen und Bürger öffnete und damit auch diesmal auf überaus großes Interesse stieß.

Herr Fessler nahm das letzte Pressegespräch vor seinem Ruhestand im April zum Anlass, sich bei den Pressevertretern zu verabschieden und bedankte sich für die vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit.

Im Anschluss an das Gespräch mit der Presse eröffnete Präsident Fessler die diesjährige Bilderausstellung im Erdgeschoss des Gerichtsgebäudes. Sie zeigt zum Thema „Licht-Wald“ Werke der Fotokünstler Marie-Theres Niessalla und Dr. K. Roland Berger.